Die Suche nach einem Coach wirft schnell ein Problem auf: Es gibt sehr viele. Hunderte Anbieter, alle mit professionellen Websites, ähnlichen Versprechen und dem Hinweis auf langjährige Erfahrung. Wie sollst du da entscheiden?
Hier ein praktischer Leitfaden mit den Kriterien, die in der Praxis wirklich zählen, und mit Hinweisen, woran du seriöse von weniger seriösen Anbietern unterscheidest.
Vorab: Welche Art Coach suchst du überhaupt?
Coach ist nicht Coach. Bevor du suchst, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme, was du eigentlich brauchst. Drei grobe Kategorien:
- Life Coaching für persönliche Themen, Beziehungsfragen, Lebensphasen, Wertearbeit
- Business und Karriere Coaching für Führungsthemen, berufliche Neuorientierung, Konflikte am Arbeitsplatz
- Spezialisierte Coaches für sehr enge Themen, etwa Stress, Burnout-Prävention, kreative Berufe, Selbstständigkeit, Verhandlung
Es gibt auch Mischformen. Mein eigener Schwerpunkt liegt auf wertorientiertem systemischem Coaching, das sowohl persönliche als auch berufliche Themen abdeckt. Wenn dein Anliegen sehr spezifisch ist (etwa Wirtschaftsmediation oder Sportcoaching), such gezielt nach Spezialisten.
Kriterien für die Auswahl
1. Fundierte Ausbildung
Da Coach in Deutschland keine geschützte Bezeichnung ist, kann sich grundsätzlich jeder so nennen. Anerkannte Ausbildungen sind etwa das St. Galler Coaching Modell, ICF-zertifizierte Programme, ICI, DBVC-anerkannte Ausbildungen oder fundierte systemische Schulen. Frag direkt nach der Ausbildung, achte auf konkrete Angaben statt Marketingsprache.
2. Berufliche Vorerfahrung
Bei Business Coaching ist das ein zentrales Kriterium. Ein Coach, der selbst nie in Verantwortung war, fehlt oft das Bauchgefühl für die Realität von Führung, Karriere oder Selbstständigkeit. Bei reinem Life Coaching weniger relevant, aber Lebenserfahrung schadet nie.
3. Klare Methode
Frag, mit welcher Methode der Coach arbeitet, und lass es dir kurz erklären. Wenn du keine klare Antwort bekommst oder nur Schlagworte, ist das ein Signal. Gute Coaches können in zwei Minuten erklären, wie ihr Ansatz funktioniert.
4. Verbandsmitgliedschaft oder ethische Selbstverpflichtung
Mitgliedschaft in einem Berufsverband (DBVC, ICF, ICI, dvct, BDP) ist kein Muss, aber ein gutes Zeichen. Verbände haben Ethikrichtlinien und Beschwerdeverfahren. Wer Mitglied ist, bindet sich an Standards.
5. Transparente Konditionen
Preise, Sitzungsanzahl, Stornoregelung, Vertraulichkeit. Das sollte alles im Erstgespräch klar werden, ohne dass du nachbohren musst. Wenn jemand bei Geld ausweicht oder dich erst nach drei Sitzungen mit dem Preis überrascht, ist Vorsicht angebracht.
6. Kostenfreies Erstgespräch
Standard bei seriösen Anbietern. 30 bis 45 Minuten, in denen ihr beide prüft, ob die Zusammenarbeit passt. Wer das verweigert oder direkt abkassiert, will nicht prüfen, ob du am richtigen Ort bist, sondern schnell Buchungen machen.
7. Chemie
Vermutlich das wichtigste, am schwersten messbare Kriterium. Du wirst diesem Menschen Dinge erzählen, die sonst niemand hört. Wenn du dich beim Erstgespräch nicht wohlfühlst, war es das. Vertrauen kann nicht erzwungen werden.
Warnsignale
Es gibt ein paar Dinge, die in der Coaching-Szene leider immer wieder vorkommen und bei denen du vorsichtig sein solltest:
- Heilsversprechen. Wer dir verspricht, dass du nach drei Sitzungen ein anderer Mensch bist, lügt. Coaching wirkt, aber nicht durch Wunder.
- Druck im Erstgespräch. Wenn dir im ersten Gespräch ein teures Paket verkauft werden soll, das du heute buchen musst, weil sonst der Spezialpreis weg ist, ist das ein Marketingtrick, kein seriöses Coaching.
- Mischung aus Coaching und MLM oder Esoterik. Wenn du im Erstgespräch das Gefühl hast, dass es eigentlich um den Verkauf eines Produkts oder die Werbung für eine Methode geht, dreh um.
- Therapeutische Themen ohne Qualifikation. Wenn ein Coach mit Depressionen, Traumafolgen oder Suchtthemen arbeiten will, ohne therapeutische Ausbildung zu haben, ist das gefährlich.
- Keine Distanz. Wenn ein Coach eine private Beziehung anbietet, dich häufig außerhalb von Sitzungen kontaktiert oder die Grenze zwischen professionell und privat verschwimmen lässt, ist das ein Problem.
Wie du suchst
Drei praktische Wege, die in der Praxis funktionieren:
Empfehlung. Wenn jemand in deinem Umfeld schon mal Coaching gemacht hat und gute Erfahrungen hatte, frag nach. Das ist die zuverlässigste Quelle.
Verbandsverzeichnisse. Auf den Websites von DBVC, ICF Deutschland, ICI oder dvct kannst du nach Region filtern. Die dort gelisteten Coaches haben bestimmte Mindeststandards.
Gezielte Google-Suche. Such nicht nur nach „Coaching Stuttgart“, sondern spezifisch: „Business Coaching Stuttgart“, „Coach kreative Berufe Stuttgart“, „systemisches Coaching Stuttgart“. Schau dir drei bis fünf Websites genau an. Auf welche Themen fokussiert die Person? Wie ist die Sprache? Bekommst du den Eindruck eines echten Menschen oder einer Marketingfassade?
Was bei der Auswahl noch hilft
Plane mindestens zwei Erstgespräche bei verschiedenen Coaches ein, bevor du dich entscheidest. So bekommst du ein Gefühl für die Bandbreite. Achte darauf, mit wem du dich nach dem Gespräch entspannter fühlst als vorher. Das ist meist der bessere Match.
Geh auch nicht davon aus, dass der teuerste Coach automatisch der beste ist. Preis und Wirkung korrelieren nicht stark. Was zählt, ist die Passung zu deinem Anliegen und zu dir als Person.
Wenn du das Werte Studio in deine Auswahl aufnehmen willst
Mein Schwerpunkt liegt auf wertorientiertem systemischem Coaching nach dem St. Galler Coaching Modell, mit beruflicher Vorerfahrung als Creative Director und Teamleiter. Standort ist Stuttgart-Mitte (Schlosserstr. 9), online ist auch möglich. Das Erstgespräch dauert 30 Minuten, kostet nichts und du bekommst eine ehrliche Einschätzung, ob ich der richtige Coach für dich bin oder ob ich dir jemand anderen empfehle. Schreib mir an coaching@werte-studio.de oder ruf an unter 01567 90 78 075.